Trainingserfolg – Von der Vermessung des Laufens

Erfolg oder nicht?

Die Frage, ob ein Training erfolgreich verläuft oder nicht lässt sich nur beantworten, wenn die einzelnen Aktivitäten aufgezeichnet werden. Das Aufzeichnen ist heute in vielfacher Art und Weise möglich. Welche Methode dabei für wen die richtige ist, hat etwas mit grundsätzlichen Erwägungen aber auch mit persönlichen Präferenzen zu tun.
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GPS ungenau? – Warum manche Geräte es noch schlimmer machen.

GPS Aufzeichnungen sind ungenau

Das moderne GPS aber auch das russische Glonass ist notwendigerweise technisch bedingt ungenau. Obwohl durch die Nutzung weiterer Datenquellen mögliche Ungenauigkeiten auf wenige Zentimeter reduziert werden können, sind Abweichungen bis zu zehn Metern nicht ungewöhnlich. In verschiedenen Nutzungsbereichen spielen diese Ungenauigkeiten eine mehr oder weniger große Rolle. Fährt ein Auto mit 120 km/h über eine Autobahn, fallen solche Abweichungen nicht ins Gewicht. Ein Läufer aber, der mit 10-12 km/h auf einem Waldweg läuft und seine Pace wissen möchte, ist sehr stark von diesen Daten abhängig. Als Beispiel: Ein Messfehler von 20 Metern auf einem halben gelaufenen Kilometer lässt aus einem 5er Pace einen Pace von 4:50 min/km werden.

Software kann noch ungenauer

Software zur Verarbeitung von GPS Daten in Apps oder GPS-Geräten sind nun bemüht, solche Messfehler auszugleichen. Dabei werden Vermutungen über den tatsächlichen Verlauf der Strecke angestellt. Leider wollen die Programme aber darüber hinaus die Anzahl der gemessenen Punkte noch weiter vereinfachen, um die Datenmenge zu verringern. Ein sehr häufig verwendeter Algorithmus ist z.B. der Douglas-Peucker Algorithmus zur Vereinfachung von Wegstrecken. Dieser versucht eine Strecke zwischen aufgezeichneten Wegpunkten so zu vereinfachen, dass die grobe Struktur erhalten bleibt. Dabei werden aufgezeichnete GPS Messpunkte gelöscht. Die folgende Grafik zeigt das Verfahren schematisch auf:

Douglas-Peucker zur Vereinfachung von Wegstrecken

Resampling – oder: wie ich meine GPS Daten unbrauchbar mache

Das „Vereinfachen“ von aufgezeichneten Punkten ist unter dem Begriff „Resampling“ bekannt. Die meisten GPS Programme – egal ob als App auf dem Smartphone oder als Software im Garmin – wenden dieses Verfahren ungefragt beim Export der Daten oder beim Übertragen der Daten in eine Desktopsoftware an. Dabei werden die nicht verwendeten Messpunkte schlicht gelöscht. Dies fällt noch stärker ins Gewicht, wenn schon bei der Aufzeichnung der GPS Signale nicht alle gemessenen Punkte ausgewertet werden.

Was tun?

Auch wenn man aktuell nicht unbedingt plant, seine Laufdaten genauer auszuwerten, so sollte man seine App jedoch unbedingt so wählen, dass die original aufgezeichneten GPS Daten erhalten bleiben und auch zugänglich sind. Das ist leider bei wenigen Geräten der Fall. Dadurch verliert man die Möglichkeit, seine Laufstrecken in beliebige Teilstücke zu unterteilen und diese genauer zu analysieren. In der Software Runalyze lassen sich gelaufene Strecken beispielsweise in beliebige Teilstücke (Splits) unterteilen. Sind die Laufdaten allerdings mit Runtastic aufgezeichnet worden, sind die Auswertungen wertlos, da die App die aufgezeichneten Daten sehr stark durch das vorgenommene Resampling vereinfacht werden. Eine der wenigen Apps, aus denen sich die ursprünglich aufgezeichneten Daten exportieren lassen ist Run.GPS.

Kommentar: Laufen wir ihnen davon

Ja, meine Daten sollen ausgewertet werden. Und ja, ich will mehr über mein Laufverhalten und meine Fitness lernen. Und mehr noch: ich möchte mich mit anderen vergleichen können, wozu auch deren Daten ausgewertet werden müssen.

Ich bin froh, meine Freizeit mit Laufen verbringen zu können und nicht damit, Bleistiftnotizen zu vergleichen, sie abtippen zu müssen oder in Excel, PHP oder MathLab eigene Auswertungen programmieren zu müssen.

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Alles eine Frage der Statistik – Trainingsstatistiken per App

Wie viele Kilometer bist Du letzte Woche gelaufen? So was hat man doch im Kopf…? Und wenn nicht, trägt man es mit sich herum. Die gängigen Apps rüsten im Bereich Datenauswertung nach. Das auf den zugehörigen Portalen alle Statistiken in gebotener Ausführlichkeit ausgewertet werden können ist nichts neues. Nun werden die wichtigsten Analysen aber mobil bereit gestellt. So kann der geneigte Läufer jederzeit seinen Stand abrufen: Tages-, Wochen- oder Monatskilometer, Gesamtdistanz oder auch Anzahl der Trainings – mit den neuen Statistiken bleibt keine Information mehr verborgen.
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Datenschutz bei Laufapps

Wer seine Aktivitäten mit einer App misst, überlässt viele individuelle Daten einem fremden Unternehmen. Gerade Daten aus einer App zur Verfolgung sportlicher Aktivitäten sind stark personenbezogen und lassen vertiefte Rückschlüsse auf einzelne Personen zu.

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Die Server, auf denen die Daten ausgewertet werden, stehen dabei in der Regel nicht in Deutschland – oftmals nicht einmal in der EU – und unterliegen damit nicht dem deutschen Datenschutz. Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) definiert Daten über die Gesundheit einer Person sogar als besonders schutzwürdig und fordert von Unternehmen, die mit solchen Daten umgehen, besondere Maßnahmen zum Schutz dieser Daten. Weiterlesen

Nike+ Aktivitäten exportieren

Nike+ ist eine coole Laufapp, allerdings auch eine sehr geschlossene. Anders als bei vielen Marktbegleitern der Software lassen sich die einzelnen Aktivitäten aus Nike+ nicht exportieren. Während endomondo, runtastic oder runkeeper sowohl einen Export als auch einen Import von GPX Dateien zulassen, ist Nike+ ein Closed Shop.

Im Klartext bedeutet das: einmal Nike+, immer Nike+ – ein Umsteigen ist kaum möglich.

Wer dennoch die Möglichkeiten anderer Apps ausprobieren möchte und dabei ungern auf seine bisher gelaufenen Leistungen verzichten will, findet im Web Hilfe. Zum Beispiel bei Matt Stuehler. Er bietet auf seiner Webseite eine Möglichkeit, ausgewählte Läufe aus dem eigenen Nike+ Account als GPX Datei herunter zu laden. Dazu gibt man sein Accountnamen (Benutzernamen) und das Passwort der Nike+ App an und schon lassen sich die gewünschten Daten auf den eigenen Rechner herunterladen. Die Angabe des Passwortes mag kritisch erscheinen, Herr Stuehler beschreibt aber in einem entsprechenden Disclaimer, was er damit macht. Zudem lässt sich das Passwort nach dem Extrahieren der Daten ja bequem ändern.

Wo man Aktivitäten als GPX Dateien hochladen kann, wird später verraten.