Run.GPS LaufApp – der Klassiker unter den Apps

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run.GPS mit dem dazu gehörigen Portal gps-sport.net ist der Klassiker unter den Laufapps. Leider ist es im Design und der Bedienung auch klassisch geblieben, technologisch überbietet es aber manch modern-bunten Nachfolger. Das garantiert alleine die ausgereifte Entwicklung, die seit nun mehr dreizehn Jahren konsequent an den wichtigen Stellen optimiert.

ZUSAMMENFASSUNG: NAVIGATION UND EXAKTE MESSUNG


Die App ist im Design und in der Bedienung veraltet, umständlich und fällt komplett aus dem Rahmen dessen, was der Smartphone und Apple-Nutzer heute gewohnt ist. Das Portal entspricht dem und lässt im Wesentlichen eine Verwaltung der gemessenen Strecken zu. Dafür bietet die App aber Alleinstellungsmerkmale, die jede andere App vermissen lässt:

  • Eine vollwertige Fußgänger/Läufernavigation
  • Fußgänger/Läufer geeignetes Kartenmaterial
  • Höchste Messgenauigkeit

Diese Punkte lassen den Anwender die Hürden überwinden und gnädig über manche Designschwäche hinwegschauen.

DIE APP

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Die App wird dem Neueinsteiger, der an aktuelle Apps gewöhnt ist sehr sperrig vorkommen. Da die App ursprünglich für Windows Mobile entwickelt wurde und bereits seit dem Jahr 2000 für mobile Geräte verfügbar ist, wurde die Anpassung an aktuelle Frameworks unter Google oder iOS nur dort nachvollzogen, wo es unumgehbar war. So hat die App anders als ihre Begleiter eine Menüleiste am unteren Bildschirmrand aufzuweisen. Über diese Menüleiste findet die gesamte Steuerung statt. Diese ist mitunter umständlich und sehr gewöhnungsbedürftig. So lässt sich die App beispielsweise unter Android nur durch die Auswahl eines entsprechendes Menüpunktes beenden und dieser ist mit minimal vier Daumenbewegungen zu erreichen… nicht schön.

In der App lassen sich insgesamt 37 Sportarten (unter anderem „Ausruhen“ und „Golf“) auswählen, deren Erfassung möglich ist. Der Standardbildschirm zeigt einen Navigator, auf dem die zu laufende Himmelsrichtung und die wichtigsten Standardwerte angezeigt werden. Neben diesem Bildschirm sind zehn weitere Bildschirme vorkonfiguriert, die über das Menü ausgewählt werden können. Die verschiedenen Bildschirme zeigen die unterschiedlichsten Werte in verschiedener Zusammenstellung an.

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Selbst eine „geführte“ Tour mit Wikipediaeinträgen über markante Punkte der Gegend wird angeboten. Darüber hinaus lassen sich weitere Bildschirme selbst schnell zusammenstellen, so dass jeder Sportler individuell seine Lieblingsmesswerte oder Grafiken zu einem Bildschirm zusammenstellen kann. Dabei kann der geneigte Sportler aus ca. 100 Messwerten aus Bereichen wie Distanz, Geschwindigkeit, Tempo, Höhenmeter, GPS Messung, Intervalltraining, etc. auswählen. Das macht die App sehr leistungsfähig und flexibel.

Ähnlich flexibel ist auch die Sprachausgabe, die nicht nur in vielen verschiedenen Sprachen verfügbar ist, sondern auch eine sehr weite Palette an Werten ausgibt. Dabei ist jeder einzelne Wert frei konfigurierbar, so wie auch das auszuwählende (Zeit- oder Distanz) Intervall, in dem die Leistungswerte angesagt werden. Damit hat der Läufer jederzeit über genau die Werte Kontrolle, die er benötigt.

Im April 2014 wurde die Konfiguration der eigenen Bildschirme überarbeitet und dabei deutlich vereinfacht. Ab Version 5 bietet Run.GPS einige Standardbildschirme an, mit denen die wichtigsten Ansichten zur Verfügung stehen. Darüber hinaus lassen sich eigene neue Bildschirme mit einigen Klicks am Mobilgerät selber erstellen. Dazu erstellt der Anwender einen neuen Bildschirm und kann dazu auswählen, wie viele Kennzahlen dort dargestellt werden sollen. Die leeren Felder können dann aus einer großen Zahl an Kennzahlen belegt werden.

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Ungeschlagen ist die Messgenauigkeit. Das GPS Signal wird ca. jede Sekunde bis alle 1,5 Sekunden erfasst. Selbst in einem flotten Tempo wird damit mindestens alle 5,5 Meter ein Messpunkt gesetzt. Weitere Abweichungen werden durch verschiedene GIS Technologien optimiert. Damit wird eine Genauigkeit erreicht, die teilweise von GPS Uhren verschiedener Hersteller nicht überboten werden kann. Eine Messung der Herzfrequenz ist mittels Bluetooth (iPhone und Android 4.4 auch BLE) und ANT+ möglich, soweit die Hardware vorhanden ist. Wie immer hängt es sehr von der verwendeten Hardware ab, ob die Messung erfolgreich verläuft oder nicht.

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Das System erlaubt die Planung eigener Routen, die auf ein mobiles Gerät übertragen werden können. Dort lassen sich dann Routen-anweisungen ausgeben. Bei einem Lauf mit Kopfhörer ist das für neue Routen extrem praktisch. Durch die hohe Messgenauigkeit, lassen sich so auch Routen in bisher komplett unbekannten Gebieten laufen.

Die App erlaubt das Training nach voreingestellten Intervallen. Diese können zwar in der App geplant und eingestellt werden, leider ist die Nutzeroberfläche dazu aber nahezu unbrauchbar. Mit ein wenig technischer Trickserei gelingt es aber, die für das Intervalltraining genutzten XML Dateien zu bearbeiten und an die richtige Stelle zu platzieren. Im Ergebnis erhält der Läufer Anweisungen, die dazu dienen, die richtigen Geschwindigkeiten im gewünschten Intervall zu laufen.

Um die Bedienung der App schnell erlernen zu können, bietet run.GPS ein ausführliches Handbuch, in dem alle Funktionalitäten (in deutscher Sprache) erklärt werden.

DAS PORTAL GPS-SPORT.NET

Das Portal zur App von run.GPS ist unter www.gps-sport.net aufrufbar. Es erfordert das Anlegen eines Kontos, ist aber ansonsten kostenfrei nutzbar. Wie auch die App kommt es etwas altbacken daher. Bei der Gestaltung wurde weniger auf Design und Nutzerfreundlichkeit geachtet, dennoch sind alle notwendigen Funktionen vorhanden.

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Die einzelnen Aktivitäten lassen sich aufrufen und bedingt bearbeiten. Eine nachträgliche Bearbeitung der Strecken ist nicht möglich, genau so wenig wie die Bearbeitung weiterer Informationen zur Strecke (Geschwindigkeit, Distanz, etc.). Dies ist ein echter Schwachpunkt. Der Nutzer erhält einiges an Informationen zu jeder gelaufenen Route, einige Standarddiagramme werden statisch mit abgebildet, eine freie Auswertung ist jedoch nicht möglich. Ein Vergleich mehrerer Aktivitäten ist nur sehr bedingt im Menüpunkt „Berichte“ möglich. Dort werden dem Anwender Verlaufsdiagramme gezeigt, bei denen sich der Zeithorizont wählen lässt. Insgesamt sind die Auswertungsmöglichkeiten jedoch sehr beschränkt und fallen weit hinter die der Mitbewerber zurück.

Auch das Look&Feel fällt hier sehr ins Auge, erinnert es doch stark an das Web 1.0. Pluspunkte sind einzig zwei grafische Übersichten: Das Höhenprofil ist sehr hilfreich für jede Route abgebildet, zudem wird die Abweichung des GPS Signals (gemessen als DOP – Dilution of Position) in Abhängigkeit von der gemessenen Strecke gezeigt.

So lassen sich Schwachstellen in der Messung identifizieren. Leider kann die gemessene Strecke nicht nachbearbeitet werden, so dass die Identifikation ungenutzt im Raume stehen bleibt.

Zwei Highlights des Portals müssen allerdings erwähnt werden: einerseits können gemessene Strecken in 3D abgespielt werden (sowohl im Browser als auch in Google Earth). Dabei zeigt der Bildschirm neben dem simulierten Lauf auch ein Screen der App mit wichtigen Leistungswerten. Des Weiteren liefert das Portal einen Routenplaner, der seinesgleichen sucht. Die Routenplanung erfolgt in einem Fenster des Browsers. Dabei kann der Planer auswählen, mit welchem Kartenmaterial er arbeiten möchte. Zur Auswahl stehen Open Street Map (OSM) Karten und Google Maps Karten. Die Planung mit Karten des OSM Projektes ist für Läufer eine grandiose Angelegenheit. Auf diesen Karten sind auch Trampelpfade und Waldwege eingezeichnet. Der Routenplaner berücksichtigt diese und findet so Wege durch jeden Wald.

run_gps_routenplanerDas Planungstool ist hilfreich und erlaubt den Import von Routen aus anderen Quellen (z.B. gpsies.de). Diese Routen können dann im gps-sport.net Routenplaner erweitert oder verändert werden und auf die App im mobilen Gerät zur Navigation übertragen werden. Dieses Feature ist ein Alleinstellungsmerkmal von run.GPS.

Artikel von Dubro Dolic

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