Laufuhr oder Laufapp – das ist hier die Frage

Sollte ich meine Lauferfolge gleich mit einer GPS-Uhr festhalten? Oder reicht zu Beginn auch mein Smartphone? Viele Läufer fragen sich, "ab wann es sich lohnt", eine GPS-Uhr zu tragen. Die Frage, ob eine Uhr wirklich ein adäquates Mittel für Laufaufzeichnungen ist, stellt sich nicht.

Laufanfänger – auf die Häufigkeit kommt es an

Wer mit dem Laufen beginnt, benötigt eigentlich wenig technisches Rüstzeug. Gute Schuhe, im Winter ein paar warme Klamotten und viel, viel Motivation. Zu Beginn kommt es darauf an, sich eine Routine zu erarbeiten. Es kommt darauf an, immer wieder loszuziehen und den Spaß an der Sache zu entwickeln. Es wird Tage geben, da hast Du keinen Bock. Auch dann raus zu gehen und hinterher zu merken, wie schön es war – das ist die Kunst. In dieser Phase reicht im Prinzip eine Strichliste. Für jeden Lauf einen Strich. Der RUNRUNRUN Kalender ist eine nettere Version dieser Strichliste.

In der nächsten Phase ist es sinnvoll, deine Kilometerleistung kennen zu lernen. Es ist auch wichtig, Laufstrecken zu variieren. Da kann das Messen der täglichen Strecke eine gute Ergänzung sein. Grundsätzlich lässt sich eine gelaufene Strecke im Nachhinein in Google Maps oder Open Streetmap vermessen. Wer nur zwei oder drei unterschiedliche Strecken hat, ist damit wesentlich genauer als jede GPS basierte Messung. Eine GPS-Uhr ist hier immer noch überdimensioniert.
Hilfreich ist ein Lauftagebuch wie beispielsweise Runalyze oder Smashrun. Mit den dort gebotenen Auswertungen lernst Du mehr über Dein Laufverhalten, deinen Trainingszustand und deine Ausrüstung. Auch Fragen nach der persönlichen Bestzeit oder den Fitnesszustand nach einer Verletzung lassen sich mit einem gut geführten Lauftagebuch sehr gut beantworten. Wer hier seine Läufe nicht manuell eintragen möchte, kann eine einfache GPS-App verwenden, um die Zeiten und Distanzen zu tracken. Wichtig ist, dass auf die Daten der App möglichst unbearbeitet zugegriffen werden kann. Viele Apps, wie zum Beispiel runtastic glätten die aufgezeichneten Daten mehrfach und verfälschen somit die Strecken. Relativ genaue Aufzeichnungen liefern die Apps

Sind Uhren wirklich besser?

Um es kurz zu machen: es kommt darauf an. Ganz klar ist:

  • die Akkus jeder GPS-Uhr hält länger als jeder Smartphone Akku.
  • eine Uhr am Handgelenk erlaubt einen schnellen Blick viel besser als jedes Smartphone am Ärmel oder in der Gürteltasche.

Und sonst? Die gängigen GPS-Uhren haben leider mehr ins Marketing als in die Softwareentwicklung investiert. Eine App ist heute näher am Puls des technisch machbaren und sinnvollen als jede Uhr. Es krankt in der Regel immer an den selben Punkten:

  • Benutzerfreundlichkeit der Bedienführung
  • Einbeziehen der Höhenmeter in die Distanzkalkulation
  • Pausenerkennung (nicht die vom Nutzer gewünschte, sondern die technisch notwendige)
  • Neuberechnung/Glättung zwischen Messpunkten und
  • Berechnung der Gesamtdistanz mittel korrekter Anwendung trigonometrischer Formeln.

Neuere Modell von Herstellern, die bisher nicht in diesem Sektor unterwegs waren, bieten vielversprechende Ansätze, um die Probleme der alten Platzhirsche auszumerzen. Dennoch bleibt die Frage: ab wann „lohnt“ sich eine Uhr? Im Prinzip ist alles schon gesagt:

  • Wer über den Marathon hinauswächst, benötigt lange und stabile Laufzeiten und wenig Gewicht am Körper. In diesem Fall ist eine Uhr sicherlich die bessere Wahl.
  • Wer keinen Kopfhörer mag und dennoch gerne während eines Laufes ständig über aktuelle Leistungswerte unterrichtet sein möchte, der muss auf eine GPS-Uhr zurückgreifen. Über viele Kilometer ein Mobilgerät in der Hand zu halten ist schlecht für die Laufergonomie.

11 Gedanken zu “Laufuhr oder Laufapp – das ist hier die Frage

  1. Bei einem reinen Anfänger verstehe ich eine App wie runtastic aber jeder der etwas ambitionierter ist den nervt doch so ein klobiges Handy nur.. Deswegen pro laufuhr mit gps und die neuen garmin 225/235, fitbit surge, TomTom Runner 2 Cardio+Musik haben sogar die Herzfrequenzmessung integriert so das der Anfänger nicht über paced wie bei einer App.

  2. Hallo,
    Die Uhr am Handgelenk find ich auf jeden Fall besser.
    Wenn ich alleine Sport mache habe ich auch die App an und meine Frau weiß wenn ich nicht zum verabredeten Zeitpunkt zu Hause bin wo ich bin. Da bietet die App ne gewisse Sicherheit .

  3. War bis jetzt auch fleissiger Runtastic App Nutzer. Aber seit es Uhren gibt, die den Puls am Hangelenk messen, GPS haben und auch noch Musik abspielen können, laufe ich lieber damit und synchronisiere die Daten dann mit Runtastic und ähnlichem

  4. Beides. TOMTOM Runner Cardio und Spotify per Handy als Musikplayer. Auswertung anschließend per Runalyze.de
    Ich bin übrigens froh, vom allerersten Lauf an jede Strecke aufgezeichnet zu haben. So kann ich noch rückwirkend über Jahre hinweg alles nachsehen.

  5. Also bei dem Artikel hab ich weder an Laufen noch an GPS gedacht sondern eine sehr schöne Wohnung gesehen! Danke fürs foto und natürlich für den schönen Artikel .. Hannah 🙂

  6. Moin Dubro,
    oben drauf kommt, dass die leistungsstarken Modelle von Polar und Garmin mehr Daten bereitstellen (u.a. Bodenkontaktzeit oder Disbalance) und wasserfest sind (Laufen im Regen und Multisport). Für den Hobbyläufer reicht sicherlich ein SmartPhone, aber je ambitionierter man wird, desto reizvoller wird sicherlich die Uhr.

  7. Hallo
    Was mich interssieren würde ist, ob die Uhren wirklich genauer in der Streckenaufzeichnung sind und wie die Unterschiede bei den Apps zustande kommen.

    • Die Aufzeichnung ist ein Faktor. Da können Uhren und Smartphones in etwa das Selbe. Die verbauten Chips sind oftmals die gleichen. Sehr entscheidend ist, was anschließend mit den aufgezeichneten Daten passiert. Da leisten die verschiedenen Programme sehr unterschiedliches. Manche vereinfachen die Strecken so massiv, dass die Kilometerzahl verfälscht wird. Ein sehr guter Weg ist es, eine saubere Aufzeichnung von einem Handy oder einer Uhr direkt ohne Umweg in ein gutes Portal wie smashrun oder runalyze hochzuladen.

      • Ich bin jetzt schon ein paar mal mit Kollegen gelaufen die Laufuhren haben. Einmal eine Garmin oder Tomtom. Ich laufe mit runtastic momentan. Beide Uhren weisen jeweils einen Streckenunterschied von ca.300m weniger aus. Egal, ob die Laufdistanz 10km oder 16km ist. Sind da jetzt beide Uhren falsch oder das Handy?

  8. Ich denke das für den Anfrang eine App wie Strava komplett ausreicht. Durch den Community-Gedanken wird man auch noch mehr motiviert weiterzulaufen und sein Programm durchzuhalten. Die Preise sind zwar weiter gefallen für gute GPS-Uhren, aber um herauszufinden, ob der Laufsport wirklich das Richtige ist, reicht eine App.

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