4 Wochen – 2 Marathons – 1 Krampf

Es ist 2014, ich laufe seit dreieinhalb Jahren regelmäßig und in diesem Jahr habe ich mir für die Frühjahressaison zwei Marathons vorgenommen. Am 06.04. fand der Zürich Marathon in (aha) Zürich statt, vier Wochen später – am 04. Mai – der Haspa Marathon in Hamburg. Wir haben in Zürich und in Hamburg Freunde, also beste Gelegenheiten, die nicht ungenutzt verstreichen sollen.
Fazit: Vorweg das Fazit – beide Marathons waren super, meine Vorbereitung war auch gut und: es ist möglich so kurz hintereinander zwei Marathons zu laufen. Warum auch nicht.

Zürich

Nach einem guten Laufjahr 2013 bin ich mit gedämpftem Elan und einer Verletzungspause in das neue Jahr gestartet. Ab Februar ging es dann aufwärts, so dass ich mein Training zum Marathon in Zürich gut durchführen konnte. Im Frühjahr habe ich dann noch entdeckt, dass Salztabletten mir helfen, die sonst üblichen Wadenkrämpfe ab KM30 zu vermeiden (siehe: Mineralien verhindern Krämpfe?). Also alles perfekt.

In Zürich fühlte ich mich dementsprechend gut und habe mir als Lehre aus meinem ersten Marathon (Hamburg 2013) vorgenommen:

Alles eingehalten, zur Belohnung war ich bei KM30 so fit, dass ich einen Zahn zulegen konnte. Meine Familie staunte nicht schlecht, als sie mich in passablem Tempo bei KM35 grinsend vorbeilaufen sah.

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Zürich beendete ich in 3:51h und blieb damit zum ersten Mal bei einem Marathon unter vier Stunden.

Zwischen den Zeiten

Zwei Tage nach Zürich lief ich ein Training über 11 km mit einer Pace von 5:16, alles fühlte sich richtig an. Leider nur bis zum nächsten Training: massive und schmerzende Muskelverhärtung und eine Woche Pause. Ärgerlich. Etwas mehr Passion beim Aufwärmen wären angebracht gewesen.

Zum Glück war die Pause von gewünschter Wirkung: bereits in der Folgewoche konnte ich wieder gute 100 Kilometer trainieren. Dem Osterurlaub sei Dank hatte ich auch ausreichend Zeit dafür. So stellte sich dann auch das richtige Gefühl für den Hamburg Marathon ein. Die notwendige Zurückhaltung in der Woche vor dem Wettkampf war schon fast eine Herausforderung. Am Wettkampftag passte alles: gefühlt war eine bessere Zeit als Zürich machbar.

Hamburg

Nach dem Start entschied ich die Frage „lineares oder durchschnittliches Tempo mit langsamen Einstieg“ zu Gunsten eines linearen Tempos. Also ging es nach der Aufwärmphase mit ca. 5:20er Pace durch die wunderschöne Hamburger Innenstadt. Strategisch wollte ich das Gleiche beherzigen wie in Zürich. Leider hatte ich mir aber keine Energieriegel (Kohlenhydrate) mitgenommen, die gibt es in Zürich nämlich unterwegs. Klar, Bananen tuns auch, also her damit. Dummerweise kann man aus den Pappbechern in Hamburg nicht ganz so lässig während des Laufens trinken, wie aus den netten Flaschen in Zürich. Aber was soll’s, die paar Sekunden stehenbleiben machen den Kohl nicht Fett.

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Die Geschwindigkeit konnte ich halten, auch wenn die Beine sich ein klein wenig schwerer anfühlten als sonst. Richtig mühevoll war es nicht.

Dann der Schock: KM36, mitten im Lauf – die Wade krampft. Völlig unvorhergesehen. Und nicht etwa nur ein bischen. Voller Krampf so dass zwei Zuschauer herbeigeeilt kommen (vielen Dank dafür) und mich stützen müssen. Trotz Salztabletten etc. Blöd. Aus der Traum.

Ich habe mich nach fünf Minuten wieder aufgemacht. Noch lag ich gut in der Zeit, um wenigsten unter vier Stunden zu bleiben. Es ging jedoch nur sehr langsam weiter. Die Kondition allerdings passte, ich fühlte mich überhaupt nicht erschöpft. Aber jedesmal, wenn ich das Tempo erhöhe zuckt die Wade. Schade.

Trotzdem komme ich langsam wieder ins Tempo. Und dann, bei KM41 (wie ärgerlich), ist alles wieder gut. Ich kann Gas geben und mit dem Zieltempo durch die Innenstadt den letzten Kilometer in Angriff nehmen. Am Ziel angekommen – glücklich und nicht erschöpft – zeigt mein Smartphone 4:01…vielleicht hab ich es zu früh angestellt? Die letzte Hoffnung. Und da meldet sich die Wade wieder und fordert ihren Tribut.

Die 4:01 haben sich nicht mehr verschoben – leider. Dennoch: es war wieder mal ein superschöner Marathon. Danke Hamburg.

Was war falsch gelaufen?

    • Zu wenig Salztabletten/Mineralien? Alle 5 Kilometer eine sollten eigentlich ausreichen
    • Zu wenig Abstand zwischen zwei Wettkämpfen? Fühlte sich zumindest nicht so an
    • Falsche Schuhe? Unwahrscheinlich – es waren die selben wie in Zürich (adidas boost)
    • Zu schnell losgerannt? Dann hätte ich mich erschöpft gefühlt was aber nicht der Fall war

Mein Verdacht ist, dass der Liter grüner Tee am Morgen nicht optimal war. Damit werden Mineralien ausgespült (so ca. bei KM8 war das der Fall), möglicherweise mehr, als ich nachladen konnte. Was dafür spricht ist die recht schnelle Erholung vom Krampf – was ich auf die zugeführten Mineralien zurückführe.

Kann aber auch kompletter Mumpitz sein – bin ja kein Arzt. Aber Ihr dürft Euch in den Kommentaren gerne austoben.

Bis zum nächsten Lauf: Ziel 3:45h

Ein Gedanke zu “4 Wochen – 2 Marathons – 1 Krampf

  1. Die Strecke war wunderschön, das Wetter gut, bin aber nur bei der Staffel mitgelaufen (11,2 km, 53:19 min. mit Luft nach oben), weil Kopenhagen übernächstes WE schon anklopft. Ich würde mich freuen, wenn an KM 30 mal nicht der Kerl mit der Schmerz-, Krampf- oder Sonstwas-Kerle wartet…hoffe mit meiner neuen Garmin Forerunner620 lässt sich alles besser koordinieren, damit hartes Training sich auch auszahlt. Meine unkoordiniert gelaufenen 350 km im März 2014 jedenfalls haben mir beim Berlin-HM am 30.03. nichts genutzt, ich war damals völlig platt. Ich freue mich jetzt schon mega auf den HH-Halbmarathon Ende Juni 2014.

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