20 Sprinter gegen einen Weltrekord

Kurzmitteilung

20 x sprinten gegen 10 Km Weltrekord.

Achim Achilles wollte mit 20 Staffelläufern über je 500 Metern schneller sein als Leonard Patrick Komon. Der brauchte 2010 nur 26:44 Minuten für die zehn Kilometer.

lag es an Achim, dem selbsternannten Wunderläufer? Oder war die in der Staffel versammelte Spitze des Laufsports am Ende doch nicht so spitze? Nach ca. 5 Kilometern sah es noch gut aus für Achim und seine Crew. Doch gegen Ende verloren die 500 Meter Renner 34 Sekunden auf den Weltrekord. Achim erreichte nach 27:14 Minuten das Ziel.

Achim Achilles versucht die 10 Kilometer zu reißen

Nichts desto trotz war es beeindruckend, was die Staffel hingelegt hat. Der Laufkolumnist Achim Achilles hatte eine Truppe aus Spitzensportlern und Freizeitläufern zusammengestellt, die ganz schön Tempo machte. Wie auf der Seite von Achim Achilles nachzulesen ist, war „leider Achim auch dabei“.

Die Weltjahresbestzeit haben sie dennoch geholt.

Das gesamte Vergnügen ist hier im Bewegtbild nachzuschauen.

So erreicht man die Weltjahresbestzeit

…danach wird es öde… – Interview mit Michael Mankus, Ultraläufer

Ob alle höchsten Gipfel der Bundesländer, 5.000 Kilometer im Jahr oder Watt-Moor und Heide – Michael Mankus (44) ist leidenschaftlicher Ultraläufer. Dabei ist er kein Profi, er liebt nur sein Hobby. Angefangen hat er erst mit vierzig, trotzdem hat er schon viele Kilometer unter den Sohlen – allein sieben offizielle Ultraläufe in den letzten eineinhalb Jahren. Im Juli gewann er seinen ersten Ultra: Ausgerechnet den Watt Moor Heide Ultrallauf. Und das, obwohl er Berge lieber mag als das platte Land.

Michael Mankus: ein Hamburger in den Bergen hat es schwer

Wir haben mit Michael im 25hours Hotel in Hamburg getroffen. Dort treffen sich mittwochs immer die Tide Runner zu einem gemütlichen Lauftreff. Vorher konnten wir etwas mit ihm plaudern.

Laufgeschenke: Wie hat es bei Dir mit dem Laufen angefangen?

Michael Mankus: Ich habe mit vierzig Jahren das Thaiboxen angefangen, weil ich immer schon mal einen Kampfsport machen wollte. Alleine hab ich das nie geregelt bekommen, also bin ich gemeinsam mit Bekannten aus dem erlebnisorientierten St. Pauli Umfeld ins Training gegangen. Die waren alle circa zwanzig Jahre jünger als ich. Ich durfte dann recht schnell feststellen, dass ich konditionell an meine Grenzen komme. So hab ich dann einfach nebenbei ein bisschen mit dem Laufen angefangen damit ich da besser mithalten kann.

Das Thaiboxen Training ist super anspruchsvoll und macht voll Spaß, nur das Warm-up haut mich einfach schon um. Ich war nach zehn Minuten Seilspringen schon ordentlich kaputt.

Ich hab irgendwann festgestellt, dass mir das Laufen schon ganz gut gefällt, war aber noch unambitioniert. Im Frühjahr 2011 bei einem Besuch in den USA sah ich dann das erste Mal Leute die Berge hochrennen und dachte „Die sind ja ganz schön bescheuert“, hab  aber auch gemerkt: „da hab ich auch Bock drauf“. So fing das dann an.

Das Thaiboxen hab ich dann irgendwann aufgegeben, weil mir das einfach zu verletzungsintensiv und zu hart war. Ich hatte relativ oft `ne angeditschte Rippe.

Am Anfang stand das Thaiboxen

Laufgeschenke: Dein erster Halbmarathon war dann aber noch ein klassischer Cityrun?

Micha: Nö. Das war im Alstertal in Hamburg, also kein Cityrun sondern auch ein bisschen über – naja, nicht gerade Berge aber schon durch den Wald und so. Also das Alstertal in Hamburg ist viel Natur.

Laufgeschenke: Tendenziell magst Du also eher Natur als Stadt?

Micha: Genau!

In diesem Jahr (2014) bin ich aber doch den Hamburg Marathon als Staffelläufer fürs Laufwerk mitgelaufen. Es war dann nicht so schlimm, wie ich vorher befürchtet hatte. Ich würde da immer noch keine 60 Euro für bezahlen, aber wenn mich jemand einlädt, könnte ich das unter Umständen noch mal machen.

Michael Mankus Gesicht total

Laufgeschenke: Was reizt dich so an der Natur?

Micha (denkt nach): Das ich meine Ruhe habe, glaube ich. Dass ich mich nur mit mir beschäftige.

Laufgeschenke: Und wenn draußen, eher Berge oder eher Watt?

Micha: Nach meinem letzten Ultra in den Bergen (Lugano Scenic Trail, Anm. d. Red.) wo das nicht so richtig gut lief, fand ich das Watt schon ganz geil. Ich hab mich echt gefreut, dass das mal ein flacher Ultra war. Die anderen bisher waren alle bergig. Grundsätzlich habe ich es aber eigentlich lieber mal hoch und runter – das ist schon abwechslungsreicher.

Hier oben im Norden ist die Landschaft relativ langweilig. Wenn Leute das Gegenteil behaupten: das stimmt einfach nicht! Für fünf Kilometer ist es schön und danach wird‘s echt öde – nicht spektakulär. Da hab ich lieber Berge, Berge sind schöner.

„..danach wird es öde.“

Laufgeschenke: wegen der hoch-runter Abwechslung?

Micha: Genau! Man sieht auch mehr. Hier ist es halt flach und sieht überall gleich aus.

Laufgeschenke: Bist Du als Kind noch nicht so viel gelaufen oder hattest du immer schon einen gewissen Bewegungsdrang?

Micha: Ich hab klassisch Fußball gespielt und immer mal wieder ein bisschen Sport gemacht. Hin- und wieder bin ich etwas gelaufen, aber eher so phasenweise. Ich konnte dann mit vierzig gleich wieder acht Kilometer am Stück laufen ohne dass ich tot umgefallen bin.

Laufgeschenke: Du bist also losgelaufen und gleich – Zack – acht Kilometer?

Micha: Das ging schon immer ganz gut.

Laufgeschenke: Vom Zeitpunkt als Du wieder regelmäßig gelaufen bist bis zu deinem ersten richtigen Lauf, wie lange dauerte das dann?

Micha: Der erste richtige Lauf ist der Halbmarathon?

Laufgeschenke: Ja sagen wir der Halbmarathon. Ich meine, ein Halbmarathon ist schon ordentlich. Die meisten machen erst einmal fünf Kilometer oder so etwas.

Micha: Ein Jahr? Ja, ich glaube es hat ein Jahr gedauert, ziemlich genau ein Jahr.

Laufgeschenke: War das ein strenges Training oder bist Du eher nach Gefühl gelaufen?

Michael Mankus schaut entspannt: inzwischen ist Laufen seine größte Leidenschaft

Micha: Nee, eher gefühlt. Ich bin dann aber auch gleich unter zwei Stunden gelaufen. Aber da war ich anschließend auch wirklich kaputt.

Laufgeschenke: Was ist Dir im Moment beim Laufen am wichtigsten?

Micha: Immer noch, dass ich meine Ruhe hab.

Laufgeschenke: Hast du sonst so viel Stress?

Micha: Nein, aber ich neig dazu, schnell Stress zu fühlen. Und wenn ich zwei Stunden laufe, dann denk ich nur ans Laufen. Also das ist dann schon ganz gut.

Laufgeschenke: Keine Pläne zur Weltverbesserung oder so?

Micha: Nee (lacht) – nee, beim laufen nicht …bisher bin ich fast nur am laufen beim Laufen.

Letzte Woche bin ich tatsächlich mal wieder Musik gelaufen. Das war das erste Mal seit vier Jahren überhaupt. Ich fand das ganz abgefahren. Ich hab Rap gehört, das ist ein bisschen anstrengend weil man da während des Laufens immer mitrappen muss.

Es hat aber auf jeden Fall wieder Spaß gemacht mit der Musik. In der Stadt macht das doch mehr Sinn als ich dachte.

Musik oder Ruhe?

Laufgeschenke: Warum?

Micha: Es ist ja eh laut, da kann ich auch meinen eigenen Krach machen.

Laufgeschenke: Tendenziell in der Stadt mit Musik und draußen ohne?

Micha: Joah. Das war wie gesagt das erste Mal seit vier Jahren. Da muss ich noch mal schauen.

Laufgeschenke: Jetzt gibt’s ja Leute die sagen „Laufen ist ungesund“. Was sagst du so jemandem?

Micha: Ja das ist Quatsch. Also wer mir nach einem Ultralauf sagt, dass das bestimmt nicht gesund ist, dem gebe ich Recht. Aber das Training dahin ist auf jeden Fall gesund. Klar, dass hundert Kilometer am Stück an dem Tag selber erstmal nicht gesund sind.

Michael Mankus an der Alster

In Hamburg zuhause, in den Bergen unterwegs.

Laufgeschenke: Was für Reaktionen bekommst Du sonst so auf Dein Laufpensum. Für einen Freizeitsportler ist das ja schon sehr ambitioniert?

Micha: Die meisten wundern sich. Wundern sich und halten das n’büschn für verrückt. Vor allem Leute, die mich noch von früher kennen wo ich doch mehr auf feiern mit einem leichten Hang zu synthetischen Partydrogen aus war.

Die meisten finden das dann aber auch voll gut. Ich hab gerade in letzter Zeit gemerkt, dass sehr viele Leute angefixt sind. Die holen sich dann Tipps und fangen auch an zu laufen. Gerade so aus dem älteren Freundeskreis. Mit vierzig haben einige einfach kein Bock mehr, jedes Wochenende durchzudrehen. Die Zeit muss aber dennoch gut gefüllt werden. Irgendwas muss ja an die Stelle treten. Laufen finden glaub ich viele ganz gut.

Laufgeschenke: Inzwischen bist du ja quasi schon beratend tätig bei Laufwerk…

Micha: …ja, und im gesamten Freundeskreis.

Laufgeschenke: Echt, im Freundeskreis auch?

Laufgeschenke: Ja. Wenn ich dann doch mal auf eine Party gehe, fragen mich viele Leute aus.

Laufgeschenke: Hast du das Gefühl, es wird mehr mit dem Laufen?

Micha: Ja. Ja, deutlich.

Laufgeschenke: Was rätst du so jemandem der noch kein Ultra gelaufen ist und vielleicht noch nicht einmal einen Halbmarathon und doch irgendwie losrennen will?

Tipps für Anfänger

Micha: Der soll halt erstmal laufen. Zwei Mal die Woche, so dass er Spaß hat. Am Anfang soll er sich nicht kaputt laufen. Am besten so viel laufen, dass er am Ende noch könnte. Den Spaß sollte er sich fürs nächste Mal aufheben. Man sollte es langsam angehen, sich selbst da reinfühlen. Wirklich zwei Mal die Woche weil es sonst nichts bringt. Wichtig ist es, nicht zu übertreiben. Wenn Du zu hart einsteigst, ist die Motivation schnell weg.

Laufgeschenke: Ausrüstung? Irgendwelche wichtigen Sachen?

Micha: Ein richtiges paar Schuhe…und wenn man wirklich Anfänger ist, soll man mit seinen normalen Schuhen zwei oder drei Mal laufen. Wenn man dann merkt, dass man Spaß daran hat, sollte man sich gute Schuhe kaufen. Der Rest ist eher egal.

Es wird zum Teil überbewertet und hängt auch ein bisschen vom Geldbeutel ab. Außer den Schuhen find ich nix besonderes als Pflichtausrüstung.

Laufgeschenke: App?

Micha: Inzwischen ja Strava. Strava unterstützt alle gängigen Geräte von Garmin, Suunto, Polar und so. Strava hat so kleine Gimmicks. Man kann bestimmte Strecken einstellen und sich auf einer Rangliste beobachten und so etwas. Ich benutze die nicht am Smartphone sondern am Computer.

Außerdem führe ich meine Runkeeper Statistik in diesem Jahr noch zu Ende. Danach mache ich dann nur noch Strava.

Laufgeschenke: Aber das Aufzeichnen macht Dir schon Spaß, oder?

Micha: Ja, mach ich immer.

Laufgeschenke: Was gefällt dir daran am besten?

Micha: Das man gucken kann, was man geschafft hat (lacht). „When it’s not on Strava it’s not happened”…Quatsch.

Laufgeschenke: Was sagen die engeren Freunde zu dem ganzen Gelaufe? Das ist ja schon mehr als eine Stunde die Woche?

Micha: Die sozialen Kontakte sind auf jeden Fall ganz klar weniger geworden. Das ist nicht zu leugnen. Die finden das glaub ich einfach Schade, dass sie mich nicht mehr so oft sehen. Ich habe auch einige die jetzt energisch mitlaufen. Die sehe ich dann wieder öfter. Wer mich sehen will muss mit mir laufen.

Laufgeschenke: Wir essen gerade so leckere Sachen hier. Ist Dir Ernährung wichtig?

Was isst ein Läufer?

Micha: Am Anfang  hab ich ganz normal weiter gegessen. Dann hab ich drauf geachtet, mehr Gemüse zu essen, nicht das billigste Fleisch und so weiter. Früher war ich mal länger Veganer. Das mache ich jetzt seit ungefähr einem Jahr auch wieder ohne dabei katholisch zu sein – ich trink auch schon mal einen Milchkaffee wenn‘s keine Sojamilch gibt. Das kommt eigentlich automatisch, dass man diese anderen Seiten rund um das Laufen noch optimieren möchte.

Ich glaube, das muss kein Dogma sein. Viele Leute laufen ja auch, damit sie essen können was sie wollen. Das finde ich eigentlich auch einen ganz guten Ansatz. In den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren möchte ich meine persönliche Leistung noch ausbauen. Dazu gehört auch die richtige Ernährung. Danach achte ich wahrscheinlich darauf, dass ich die Leistung nicht einbricht. Aber das ist eher so eine Entwicklung. Dazu lese ich nicht hundert Ernährungsberater sondern versuche einfach Gemüse zu variieren und mich einigermaßen gesund zu ernähren.

Laufgeschenke: Lesen, gutes Thema. Hast Du einen Buchtipp? Welche Bücher zum Thema haben Dich in jüngster Zeit am meisten beeindruckt?

Das muss Rocken...auch am Brocken

Das muss Rocken…auch am Brocken

Micha: Ich lese gerade von Chrissie Wellington, der Triathlethin Ein Leben ohne Grenzen  . Die finde ich sehr beeindruckend. Das Buch  Eat & Run: Mein ungewöhnlicher Weg als veganer Ultramarathon-Läufer an die Weltspitze  von Scott Jurek ist auch ganz interessant.

Ich glaube, alle die über das Laufen schreiben, schreiben auch viel Quatsch. Zumindest schreiben sie viele Dinge, die nur für sie passen. Man kann sich aber immer auch Sachen herauspicken. Zum Beispiel „Born to run“. Das ist eigentlich ein esoterisches Laufbuch. Ich finde trotzdem ganz viele interessante Sachen darin. Da stehen Dinge drin, die kann mal ruhig mal ausprobieren.

Das lustigste Buch ist auf jeden Fall Trans-Amerika  von Tom McNab. Da kann man sich garnichts rauspicken aber es ist das beste Buch zum Lesen. Es geht um irgendein Rennen in den Dreißigern von der Westküste an die Ostküste in den USA. Koksende deutsche Nazis laufen auch mit.

Laufgeschenke: Wenn Du bis 55 noch die Leistung steigern willst, was machst Du dann bis 70?

Micha: Die Leistung so langsam wie möglich abbauen. Das mach ich aber nicht bis siebzig, das mach ich, bis ich tot umfalle – am liebsten.

Laufgeschenke: Hast Du Dir bis dahin noch irgendwelche Ziele gesteckt? Was willst Du in Deinem Hobby noch unbedingt erreichen?

Mountain View – oder: wie gehe ich die Bergwelt an?

Micha: Einen Marathon unter drei Stunden laufen. Das ist aber wirklich das einzige Ziel, das mit der Zeit verbunden ist. Western States ist natürlich ein Traum, ein hundert Meilen Rennen in den USA. Da muss man in Europa einen Qualifikationslauf bestehen. Eigentlich wollte ich das dieses Jahr im Oktober machen, angemeldet bin ich bereits. Die Qualifikation ist ein Hundert-Meiler in den italienischen Alpen. Der Lugano Scenic Trail im Frühjahr hat mich aber überzeugt, das Vorhaben wahrscheinlich um ein Jahr zu verschieben. So etwas muss besser geplant werden. Ich muss vorher anreisen und mich an die Höhenmetern gewöhnen. Das klappt von Hamburg aus nicht, so einfach mal eben 2.000 Höhenmeter hochzurennen. Da hab ich ganz schön gelitten dieses Jahr, auf jeden Fall. Ich musste alle zweihundert Meter anhalten und Luft schnappen.

Michael Mankus vor einem Bergsee

Man gibt dann nur nicht auf, weil es keine Alternative gibt. Also kann man auch weiter machen. Suse, eine Freundin von mir, hat einen Ultra gemacht: 80 Kilometer,  5.000 Höhenmeter. Sie wollte so oft aufgeben, aber was soll sie machen? Die Bergwacht rufen „holt mich ab“? Sie ist dann übrigens doch noch vierte geworden.

Das ist halt der Nachteil an Hamburg. Du hast wirklich keine Berge in der Nähe. Das Nächste ist der Harz, der ist aber nicht vergleichbar mit den Alpen.

Laufgeschenke: Aber es ist doch nicht die reine Höhe? Luft bekommt man da oben doch auch noch.

Micha: So ab 1.500 Meter merkt man das doch. Ich bin zwei Tage nach dem Scenic Trail mit dem Fahrrad die Alpen hochgefahren – das ging wunderbar. Wenn man ambitionierter wird, funktioniert es ohne Planung einfach nicht mehr. Wenn man dann wenig Zeit und wenig Geld hat und erst einen Tag vorher anreist, wird man nicht viel reißen können.

Laufgeschenke: Deine Empfehlung lautet also: Bergläufe nur mit vorheriger Akklimatisation?

Micha: Bei Läufen über 1.500 Meter sollte man auf jeden Fall zwei bis drei Tage vorher anreisen und da oben etwas rumwandern.

Laufgeschenke: War das Deine schlimmste Erfahrung beim Laufen, dieser Berg Trail?

Micha: Nö, so schlimm war das dann auch nicht. Richtig schlimm war noch nichts.

Laufgeschenke: Also so ein Motivationsloch hattest Du noch nicht? Bist Du noch nie aufgestanden und hast gedacht: „Warum mach ich das eigentlich?“

Micha: Es ist schon zäh manchmal.

Laufgeschenke: Was machst Du dann, damit es weiter geht?

Micha: Das weiß ich nicht. Es geht halt weiter.

Laufgeschenke: Einfach laufen?

Micha: Ja, also wenn ich dann nicht laufen gehen würde, bekäme ich noch schlechtere Laune.

Wer mich treffen will muss laufen. Mit den Tide Runners

Wer mich treffen will muss laufen. Mit den Tide Runners

Wenn man gerade einen Ultra gelaufen ist und trainiert dann weiter kann das schon unverschämt anstrengend und zäh werden. Das nervt schon. Aber so eine richtig schlimme Erfahrung hab ich noch nicht gemacht.

Raus aus dem Tal

Laufgeschenke: Du brauchst also keinen Motivator, kein Ziel? Dir ist das Laufen an sich Motivation genug?

Micha: Ja, genau. Es gibt es eigentlich keinen Motivator. Und es gibt keine Alternative.

Laufgeschenke: Kommst Du mit den Läufertypen die man allenthalben so trifft – im Internet oder auch real – klar oder sind das für Dich alles eher Freaks?

Micha: Die meisten sind ja eher etwas langweilig. Ich glaube Läufer unterscheiden sich nicht viel von normalen Leuten – sie laufen halt mehr.

Laufgeschenke: Sie laufen ja nicht nur mehr. Jemand, der sich abends vor den Fernseher setzt ist ja doch von der mentalen Einstellung her anders drauf als ein Läufer. Jemand der sich nach so einem Bürotag sagt, „ach, jetzt geh ich noch mal `ne Stunde laufen“, das finden viele Menschen sicherlich ein bisschen komisch, oder?

Micha: Das sind einfach Gewohnheiten. Ich finde es inzwischen komisch, wenn man sich zwei Stunden vor den Fernseher setzt. Total bekloppt, gibt eh nur Mist und es tut dir nicht gut. Also wenn einer sagt ich sei verrückt, weil ich zwölf Stunden in der Woche laufe und der schaut zwölf Stunden in er Woche fern, dann find ich den auf jeden Fall deutlich verrückter.

Michael Mankus im Winter

Laufgeschenke: Was ist Dein Motto, was Du Läufern mitgeben wollen würdest?

Micha: Ich glaub an dieses Stammgerede von Läufern nicht. Es soll jeder machen was er will und was gut für ihn ist. Was ich nicht verstehe, sind diese arroganten Läufer die beleidigt sind, wenn man sie Jogger nennt oder so. Wer läuft ist ein Läufer, egal wie lang oder wie oft.